J.F. Jost & Co

🏷️ Geschichte

Ein emotionales 95-jähriges Firmenjubiläum

Margrit Hagen war 19 Jahre alt, als ihre Mutter starb. Eigentlich hatte sie andere Pläne, doch von einem Tag auf den andern musste sie in der Familienfirma anpacken und ihrem Vater Fritz Jost, dem Gründer und Patron zur Seite stehen. Das war 1950. Inzwischen sind beinahe 75 Jahre vergangen. Die Buchhaltung führen, die Löhne auszahlen, bis ins hohe Alter diente Margrit Hagen im Geist ihres Vaters der Firma Jost. Das Immobilienunternehmen hat Schlieren mitgeprägt, hat ganze Quartiere wie die Überbauung Nassacker oder die Einfamilienhaus-Siedlung Heimeliweg entwickelt und gebaut, und natürlich das Einkaufszentrum Lilie. Und so war es höchste Zeit, diese Erfolgsgeschichte zu feiern. Ein Firmenfest anlässlich des 95-jährigen Bestehens der Baufirma. Ein emotionales Fest für Kunden, Familie und Mitarbeitende.

 

Das Motto des Abends waren die 20er Jahre des letztes Jahrhunderts, als Johann «Fritz» Jost die Firma 1929 gründete, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise. Von den harten Anfangszeiten war an diesem Abend zwar auch die Rede, aber jetzt wurde gefeiert. Der alte Saurer-Lastwagen vor dem Eingang, der Golfclub Unterengstringen glamourös dekoriert, die Gäste im Smoking und in Federboas, dazu die elegante Musik der Cotton Club Combo.

Im Zentrum des Abend stand der Dank. Der Dank an die Mitarbeitenden, die jeden Tag dazu beitragen, die Projekte der JF Jost umzusetzen. Der Dank an die Kunden und Partnerfirmen, die zum Teil seit Jahrzehnten mit der Firma verbunden sind. Und über allem der Dank an Margrit Hagen, die trotz gesundheitlicher Beschwerden und ihres hohen Alters an diesem Abend dabei sein konnte.

Ihre Töchter, die dritte Generation, hatten den TV-Mann Reto Brennwald engagiert, der mit passenden Worten durch den Abend führte. Im Namen von Susanne Porchet, Lilian Hagen und Carolin Landolt, würdigte Brennwald den unermüdlichen Einsatz von Margrit Hagen und ihres Vaters, Fritz Jost. Bescheiden, bodenständig und mit einer echten Wertschätzung für die Mitarbeiterschaft haben sie die Unternehmenskultur geprägt. Bis heute, 75 Jahre lang, hat die damals 19-jährige keine einzige Sitzung verpasst. Ihre eigenen Bedürfnisse habe sie zurückgestellt und gezeigt, wie wichtig es sei, trotz Erfolg auf dem Boden zu bleiben. Nach dem 2. Weltkrieg blühte die JF Jost auf, in der Hochkonjunktur zählte man 120 Mitarbeitende, häufig Saisonniers aus Italien. Margrit Hagen kannte jeden mit Namen.

Geschäftsführer Diego Albertanti durfte die Dankbarkeit in Form zweier Checks mit je 10’000 Franken an zwei wohltätige Organisationen weitergeben. Die Stiftung Wunderlampe ermöglicht Kindern und Jugendlichen mit schweren Erkrankungen einmalige Erlebnisse. Karin Haug-Bleuler, die Gründerin, empfing den Check unter grossem Applaus. Und genauso emotional gestaltete sich die Übergabe des zweiten Betrags an das Hilfswerk Smiling Gecko für Kambodscha. Im Namen des Gründers, des renommierten Fotografen Hannes Schmid, nahm der CEO, Alain Biner den Betrag entgegen. Demütig müsse man sein, angesichts des Glücks, dass wir bei uns hätten, sagte Reto Brennwald. Für Susanne Porchet sei es deshalb klar, dass man dieses Glück mit denen teile, die es weniger gut hätten.

Es war der Höhepunkt eines schönen und stimmigen Abends. Die Revue einer geradezu typischen Schweizer KMU-Erfolgsgeschichte. Eines Unternehmens, das mit Fleiss und Beharrlichkeit zu Erfolg gekommen ist. Es hat nicht nur Schlieren, sondern auch weitere Teile des Limmattals in einem Mass geprägt hat, dessen man sich wohl gar nicht so bewusst ist.

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